
wachsen
damals war ich jung die welt
gehörte mir – du hast mir weh
getan bis zum zerspringen: löschte
brennen mit dummheiten
gestern war ich klein
unsicher
verzweifelt
jetzt bin ich groß und stark
weiß, wer ich bin – nehme
mich in die arme der welt
wie ich sie mir mache
jeden augenblick heut ist
mein herz ganz
in zukunft spreche ich wahrheit
soll sein was sein soll
nehme an was kommt
morgen immer wieder morgen
halte ich auch aus
bin neugierig
by ELsa
30. Oktober 2007
25. Oktober 2007
augenblicke
sind’s
nur augenblicke
voilegebauscht
vom sommerwind
ein atem weht herein: ja ja das leben
ganz schnell gehaucht
gejubelt ehe der vorhang
sich schließt
bis zum nächsten mal
by ELsa
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schreibtalk
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Donnerstag, Oktober 25, 2007
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18. Oktober 2007

ich warte nicht –
ich lebe und das
mit allem
was ich bin
und jede zelle meines fleisches
funkelt in freude und schmerz
by ELsa
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schreibtalk
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Donnerstag, Oktober 18, 2007
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13. Oktober 2007

schmetterlingskuss
mit der wange fing
ich deine blonde wimper ein
auf schwarze seide
in ein glas gelegt
versüßte sie die tage
ich nicke und lache:
mir geht es gut
aber ja
später
schüttle ich das tüchlein aus
am fenster zum garten
vom sommerflieder
zwinkert die sonne
by ELsa
eine antwort meines lyrikfreundes:
anfragen an elsa rieger
wer wartet auf godot
auf dieses
und das andere leben
wer faltet sich aus
warst du
bist du
wirst du alle narben
der vergangenen tage
und nächte
wieder durchleiden
© by @miro
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schreibtalk
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Samstag, Oktober 13, 2007
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12. Oktober 2007
moosgebettet II
moosgebettet
mein fühlen
schlaf ein
schlaf fein
schlecht übersternt
achwo ich klage nicht
doch zerrt es mein hemd
in fetzen das gemüt
türme bunte steine
darin versteckt ein wiegenlied:
schlaf nur schlaf
denn dann beißt du mich nicht
wie die hunde
by ELsa
Foto : Tom Chambers
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Freitag, Oktober 12, 2007
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10. Oktober 2007
Wie du mir, so ich dir
Wer andern eine Grube gräbt,
ist selbst ein Schwein
und letzten Endes fällst nur du hinein.
Jedem das Seine und mir das Meine!
Doch wenn du denkst, es geht nicht mehr,
kommt irgendwo ein Arschloch her
und raubt dir noch den Rest Verstand,
mit Meldungen im ganzen Land.
In Presse, Kino, Radio,
täglich im Fernseh‘n sowieso,
hörst und siehst du Katastrophen,
es ist ein Lied in losen Strophen.
Im Huhn lachen die Salmonellen,
isst du Gemüse, knirscht Nitrat,
während Hungerschreie gellen.
Die Seuche Aids wächst im Quadrat,
die Wurzel ist nicht zu entdecken,
in Wald und Wiese lauern Zecken.
Feinstaub liegt auf Städterlungen,
Politiker mit Honigzungen,
versprechen Arbeit, Brot, Gewinn,
das Rind krepiert an unserm Wahnsinn.
Die Kriege sind nicht mehr zu zählen,
es hört nicht auf, das Spiel vom Quälen.
Der Alkohol fließt auch in Strömen,
wir jagen Gift durch unsre Venen,
wir suchen Gott und finden Jammer,
sperren uns ein in stiller Kammer,
anstatt zu kämpfen, aufzusteh‘n,
lassen wir die Kraft verweh‘n ...
Bekannt ist uns der Reim vom Krug,
er bricht entzwei, er hat genug.
Der Hexenmeister kommt nicht mehr,
das freut den Zauberlehrling sehr.
Auf aller Welt die Besen wallen,
der Mensch wird aufhören zu schwallen
die Erde schmeißt uns alle raus,
dann ist das Kasperltheater aus.
Und die Moral von der Geschicht’:
Der Mensch zerstört das Gleichgewicht.
by ELsa
Bild : Terrance Lindall
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Mittwoch, Oktober 10, 2007
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08. Oktober 2007
Nebelmann
die Hände
einst voll von dir,
gegangen bist du
mit meinen Scherben
in deinen Schuhen
ein Dorn blieb im Herz
fein wie Stacheldraht
einmal nur noch
sehen das lächeln
deiner Augen – Blick
in die Erinnerung
die Hände nun
ins nichts gefaltet
zu beweinen
nebelfrau
vor nächten
hast du mir den kopf
verdreht
blieb ich zurück
meide des tages
pracht
voll deine schenkel
als sie mich umschlangen
aus graumilch
arme am ufersaum
mich zu halten
geliebte vergeblich
harre ich
schweigend
liegt wald wie wasser
die kehle geschnürt
suche ich das kühle
grab
Nebelmann : Dagmar-Eva Mempel
nebelfrau : ELsa Rieger
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Montag, Oktober 08, 2007
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07. Oktober 2007
freier wille? 
natürlich habe ich einen freien willen.
ich kann mir zum beispiel eine plan machen, was ich fortan
tun werde, jetzt, nachdem ich pensioniert bin.
ich will reisen, meinen bruder besuchen oder nach kreta. jetzt.
ich habe auch den freien willen, gleich morgen zu fliegen.
und nun kommt mein sohn mit meinem enkel und sagt:
mama, ich muss nächste woche dringend geschäftlich weg. ich
habe niemanden für das kind. würdest du bitte ...
natürlich habe ich einen freien willen.
by ELsa
Foto : Günther Moro
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Sonntag, Oktober 07, 2007
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05. Oktober 2007

moosgebettet
mein fühlen
schlaf nur schlaf
denn dann beißt du mich nicht
wie die hunde
by ELsa
Kommentargedicht:
so war es: wir beide
gleich müde
wenn der abend
sich neigte und biss
wie der hund
......................
...............
........
...!
@ miro
Foto : Tom Chambers
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Freitag, Oktober 05, 2007
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04. Oktober 2007

Vor der Stille
Aufbäumen
in Glut ehe der Saft
ihn verlässt
letztes Erinnern
an rauschende Hitze
und Küsse beschützt
im dichten Grün
fällt bald wie Tränen
dem Frosthauch anheim
welkend belebt er die Erde
by ELsa
Foto : Günther Moro
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Donnerstag, Oktober 04, 2007
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Über mich
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