ELsa Rieger

ELsa Rieger
Foto - Christian Rieger

26. Juni 2009



peter pan

thriller unterm mond
lichtgestalt silbertanzt
in neverland: I’m bad – so bad

angekränkelt von
unsrer rauen welt
bis in den tod
ein missbrauchter junge

by ELsa


the king of pop

ist tot.
ich liebte ihn wie das rot
ich haßte ihn wie das blau.
ich war fasziniert von seiner schau.
er ließ füße tanzen
und hände klingen.
er war vielleicht ein armer hund
und niemals ganz gesund.
ich bin dennoch traurig,
ich liebte seine musik
als ich jung und fit
gerne abtanzte und lachte.
nun ist er tot.
und es stirbt ein stück mit.

by Angelika Demel


er brannte
innerlich
äußerlich
er versprühte
funken
entfachte
feuer
versengte
kindliche
gemüter
war selber
nicht weiter
verbrannte
an sich
und der zeit

by Ursa


spiegel

Kommentare:

ex - il@miro hat gesagt…

unbeliebt mache ich mich - das steht fest - aber deine subjektive Behauptung angekränkelt von unsrer rauen welt nervt mich ein bisschen…schneller Erfolg und das große Geld hätte ich gesagt…

liebe Grüße
@miro

schreibtalk hat gesagt…

Lieber Miro,

bei mir machst du dich nicht unbeliebt, wenn du es so siehst.

Ich sehe da eine kranke Person, die zweifellos in ihrem Genre überaus fähig war. Schneller Erfolg kann man so nicht sagen, er hat ja als Kind bereits auf der Bühne gestanden; das Geld hat die ganze Familie, die Agenten u.s.w. verdient. Der Mann war einigermaßen neurotisch, vermutlich. Auch sehe ich es nicht "subjektiv" behauptet, eher aus der Fundgrube seines merkwürdigen Daseins geschöpft.

Achja, ich mochte ihn. Trotz allem.

Liebe Grüße
ELsa

Anna-Lena hat gesagt…

Er ist eine überaus tragische Figur gewesen, das sehe ich auch so.
Seine Musik gefällt mir, sein Talent ist beeindruckend, aber zu ihm als Persönlickeit habe ich eine gespaltene Haltung.

Liebe Elsa, ich würde Dein Gedicht gern in meinem Blog posten, denn es gefällt mir sehr.
Lieben Gruß
Anna-Lena

schreibtalk hat gesagt…

Liebe Anna-Lena,

aber ja, bediene dich, gern!

Natürlich ist man gespalten, was seine Person betrifft, keine Frage. Es wir ja auch viel polarisiert, nichts Genaues weiß man, aber ich gehe von Tragik aus.

Lieben Gruß und danke,
Elsa

Helmut Maier hat gesagt…

Böse Jungs waren nicht immer böse Jungs. Und manche faszinieren auch.

Liebe Grüße
Helmut

schreibtalk hat gesagt…

Lieber Helmut.

Ja!

Liebe Grüße
Elsa

angelika demel hat gesagt…

er hat sich selbst mißbraucht, bis zur unkenntlichkeit. und die idioten um ihn herum haben mitgemacht (am schnippeln für kohle etc). er ist sein eigenes opfer, denn er kam aus der opferrolle nie raus.
es zählte nur erfolg und geld. mehr hatte er nicht.
irgendwie ne unglaublich arme sau. bin da ambivalent.
kannst natürlich meinen spontanerguß haben-welch frage!
konnte nur nicht auf fhoelders seite gerade.
lg angelika

schreibtalk hat gesagt…

ja, Angelika, sehr arm war er.

Danke für dein ok. ich hols mir dann runter bei dir.

LG
Elsa

LitTalk hat gesagt…

Ich habe mir jetzt Gedanken zu seiner Kunst gemacht. Sie sind, zugegeben subjektiv. Aber seine Kunst war auch poetisch. Sie suchte das Schöne im Häßlichen, war surreal, Gewalt verherrlichend, suchte sie beizeiten das Böse. Sie erinnert mich an frappand an die französischen Expressionisten. (Wie weit waren die doch schon in der Kunst vor ca. 150 Jahren).

tjm.

schreibtalk hat gesagt…

Da ist was dran, Tasso: Die frz. Expressionisten. Einige von ihnen waren auch nicht gerade sanfte Künstler, eher furchterregend.

Das Böse zieht an. Und gerade Personen wie er, die, wie ich schrieb, die normale Welt rau und vielleicht auch dumm einschätzen, suchen dann das Extreme. Vielleicht. Ich weiß es nicht.

Lieben Gruß
ELsa

Angelika hat gesagt…

Als ich hier so laß dachte ich, er hatte schon immer etwas Prämorbides an sich. Und das Prämorbide zieht/zog an. Unser täglicher kampf zwischen EROS und THANATOS(muß auch nicht täglich sein)nimmt unweigerlich einen bereits schon vo Jahren HALB-Verfallenen Michael Jackson ins Blickfeld. Ohne das Böse abzuscannen können wir nicht sein. Da wir aber nicht über ihn reden als von einem Bösewicht, das können wir nicht, das dürfen wir nicht-sonst wäre es ein devitalisierendes Objekt-Beziehungsmuster- machen wir ihm "vermeintlich" gute Züge.(der arme mißhandelte Junge)
Ich fand die Stellungnahme von Gottschalk die Beste. Er meinte, Jckson war wie eine Puppe: er funktionierte nur auf der Bühne. Dinge des banalen Lebens waren ihm fremd.

Schon interessant welch Lawinen er freigesetzt hat- auch in uns.

lg Angelika

grenzen - los wort - los hat gesagt…

er brannte
innerlich
äußerlich
er versprühte
funken
entfachte
feuer
versengte
kindliche
gemüter
war selber
nicht weiter
verbrannte
an sich
und der zeit

ursa

schreibtalk hat gesagt…

Liebe Ursa,

Danke dafür, du hast das richtig gut in Worte gefasst!

Lichterloh brannte er.

Herzlich
ELsa

ahora hat gesagt…

Kampf zwischen Eros und Thanatos, sagt Angelika.

Missbrauchte missbrauchen
sich und die anderen.
Jetzt missbrauchen (fast) alle
seinen Tod für ihre laute Trauer.
Missbrauchte missbrauchen.
die Familie überlegt, in mehreren Städten der Welt Beerdigungen ausszustatten.
Ein Gedanke drängt sich mir auf - der Kult mit Reliquien.
Ich bin beruhigt - heute reicht schon ein Tuch auf dem er lag, eine Borste seiner Zahnbürste mit seinen Spuren - für die (missbrauchte) Nachwelt.
Gruß
Barbara

schreibtalk hat gesagt…

Liebe Barbara,

Ja, das ist scheußlich. Bei allem Respekt vor seiner Musik, seinem verqueren Dasein, die Nachwirkungen sind genauso verquer.

Lieben Gruß
ELsa

Dieser Blog wird durch das Deutsche Literaturarchiv Marbach archiviert.

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