ELsa Rieger

ELsa Rieger
Foto - Christian Rieger

4. September 2012

Schöne Rezension zu "Ein Mann wie Papa"




Elsa Rieger ~ ein Mann wie Papa [Rezension]




Bildquelle: AAVAA-Verlag

Frauen sagt man nach, sie suchen sich als Partner gerne einen Mann, der dem eigenen Vater in gewisser Weise ähnelt, sei es optisch oder im Verhalten.
Das mag vorteilhaft sein, wenn der Papa ein feiner Kerl war/ist. Aber wenn der eigene Vater ein Schwerenöter und Trunkenbold war, sollte dieses Profil bei der Partnerwahl schon kritischer angesehen werden.
Elsa Rieger skizziert auf genau dieser Grundlage die schwierige Beziehung zwischen Marie und Paul. Marie sucht unbewusst immer nach einer Papa-Kopie. Männer sind für sie nur interessant, wenn sie verwegen oder unnahbar sind und sie miserabel behandeln. Je ablehnender, desto mehr kämpft sie darum, beachtet zu werden und umso uninteressanter wird sie für die Männer dadurch. Paul behandelt sie zwar nicht schlecht, er hält sie aber emotional fern von sich. Aber auch als er sich ihr öffnet, ist die Beziehung nicht optimal – Marie ist immer auf der Suche nach Anerkennung und macht ihrer Umwelt das Leben schwer, wenn sie sie nicht bekommt.
Zu allem Überfluss ist Maries Sohn Max alles andere als begeistert von dem neuen Partner der Mutter und lehnt ihn offen ab. Ein nahezu unüberbrückbarer Zwiespalt.
Elsa Rieger beschreibt sehr feinfühlig „ihre“ Charaktere. Ja, es wirkt wie ein Stück von ihr, welches sie dem Leser schenken möchte, wenn sie mit viel Herzblut den Protagonisten Konturen, Emotionen und Fehler verleiht. Marie wirkt authentisch in ihrer Suche nach Geborgenheit und Anerkennung, da geht es keinem von uns anders – nur die Ausmaße sind nicht immer so extrem wie bei Marie. Aber auch Paul wirkt ehrlich, wie er seine Schwierigkeiten hat, Marie irgendetwas Recht machen zu können. Hält er sie auf Abstand, klammert sie, geht er einen Schritt auf sie zu, weiß sie damit gar nicht umzugehen.
Gleichzeitig regt Elsa Riegers Roman dazu an, die eigenen Verhaltensmuster zu überdenken. Bei Marie empfand ich einige Reaktionen in Paarsituationen schwer erträglich, aber wenn ich ehrlich zu mir selber bin, habe ich mich darin auch häufig wieder erkannt. So unbewusst den imaginären Spiegel vorgehalten zu bekommen, war einerseits unangenehm, andererseits auch sehr aufschlussreich.
Fazit: ein für mich lehrreicher, ohne belehrend zu wirkender Roman über die Tücken der Sehnsucht nach Liebe. Elsa Rieger verpackt sehr charmant die Macken und Fehler ihrer Protagonisten und lässt sie dadurch umso echter und symphatischer wirken. Hat mir sehr gut gefallen und war sicher nicht das letzte Buch, welches ich von der Autorin gelesen habe.

(c) Vanessa NieohneBuch

Buchinformation
194 Seiten | erschienen 2011 im AAVAA-Verlag als 
eBook: ASIN B00557T748 | 6,99€
Taschenbuch: ISBN: 9783862541935 11,95€
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