15. November 2009



hol dich zurück – jetzt
wo alles gesagt ist
sattle das pferd

was kann schon geschehen?

sei königin
befahlst du mir
und: wälzt dich selbst
in feigheit

by ELsa


jetzt - tief in der stille
platzen alle träume

wie wird wohl alles weitergehen?

sattle das pferd
befahlst du mir
gewaltige leere: in deinen augen
weder sattel noch pferd

by @Miro

Aus dem Gemeinschaftsprojekt "Stadtlieben" Elsa Rieger und Miroslav B. Dušanić
Bild: Franz Marc, Träumendes Pferd

Anmerkung: Diese Parallelgedichte sind ganz neu, was mich sehr freut, Miro!

10. November 2009



niemals versprach ich einen rosengarten

auf unserem balkon
ich wollte
ich hätte
es getan

wo wären wir heute

trinke rotwein blicke
auf die nacktheit draußen
warte immer noch

die nacht verschlingt die stadt

by ELsa


was es hätte sein können
mit jedem schritt


in meinem heutigen leben kein blumentopf
auf dem fenstersims
der balkon – nur deponie
für ausgeleerte träume

aufgespießte erdbeeren schreien
seit vorgestern
auf meinem teller – die kälte in der luft

ich sehe zum fenster hinaus auf die straße
und alles leer – die nacht verschlingt
nicht nur die stadt – sie beißt mich sehr

© by @miro

Aus dem Gemeinschaftsprojekt "Stadtlieben" Elsa Rieger und Miroslav Dusanic

2. November 2009

1. November 2009



Allen meinen Toten

Ach wie sie sich häufen:
meine Toten

durch die Jahre doch:
man gewöhnt sich

was bleibt ist eine Sehnsucht:
an sich drücken dürfen
einatmen – die Haut



by ELsa
Skizze El Greco - Foto: Günther Moro

Dieser Blog wird durch das Deutsche Literaturarchiv Marbach archiviert.

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