ELsa Rieger

Zu meinem Forum

Der Platz zum Austausch zwischen AutorInnen:
ProLyKu-Schreibforum


31. Dezember 2007

EIN GUTES JAHR 2008!



wagen wir’s
voran gestürmt
unaufhaltsam rührt
sich magischer moment
des seins – und lebt

by ELsa
Foto: Jan Kretschmer

30. Dezember 2007



~ an den lippen klebt das wort ~

dahinter war schon lachen meine ich
wenigstens als erinnerung
natürlich ist es heute rau
verstimmter alter geigenbogen
ins herz gebohrt doch die melodie
ja, die melodie gibt es für sekunden
und die sprache, die sprache
welch glück in der finsternis


by ELsa
Titelzeile by Miroslav Dusanic

29. Dezember 2007



die tollste musik ist
wenn man jung ist und schön
mitten in der besten zeit ~ wie man so sagt

wieder gehört steigt ein bild auf
von party und tanzen, ohja,
das schmusen und angreifen
bei: non, je ne regrette rien
und das kehlige, ja, das kehlige lachen

deines, das es nicht mehr gibt ~ gar nicht mehr
die alte platte kratzt wie die erinnerung

by ELsa
------------------------------------------------------------------
Ans Licht gebracht:

Deine Kommentare/Kommentargedichten sind immer mehr
mit meinen Farben getönt...

am tag als ich sechsundvierzig wurde
habe mich rechtherzlich bedankt
für alle liebvollverabreichten geschenke
und ich lachte
meine frau lachte
und kinder lachten auch

ich halte es für möglich dass ich viel lachte
viel mehr als sonst
und dass ich kunstvollverpackte geschenke
mit verlegenheit auspackte
viel langsamer
als am tag als ich fünfundvierzig wurde

@miro http://miroslavdusaniclyrik.blogspot.com/

------------------------------------------------------------------
Und noch mehr ins Licht:

Hörte bei Elsa
“mitten in der besten Zeit - wie man so sagt”
@miro schrieb
“ich halte es für möglich dass ich viel lachte”
Und noch mehr
Aß und trank ich
Wie Henkersmahlzeit
Fühlte älter
Als eben noch
Suchte im Vergessenen
Fand nahe dran mich
“wie man so sagt - dass ich viel lachte”
Und davor
Und danach
Gesagtes
Nur gebrechlicher

by Petros http://blogpoesie.de/

28. Dezember 2007



Fête Blanche

Der Himmel verschleiert
mit rosa Organza
Birkendamen stolz in weißer Boa
bestickt von Raureif beobachten
das Défilé der Fichten in ihren Roben
und die Trauerweide krönt
das Diadem der Braut in weißen Pelz
gehüllt neigen Haselsträucher vor ihr
die glitzernden Hauben
das Fest kann beginnen


by ELsa
Foto: Günther Moro

22. Dezember 2007



Mein Autorenbuch in guter Gesellschaft bei:

http://www.fixpoetry.com

19. Dezember 2007

ICH WÜNSCHE ALLEN FREUNDEN, KOLLEGEN UND LESERN
GESEGNETE WEIHNACHTEN 2007



Kinderweihnacht

„Maria durch den Dornwald ging, Kyrieleison“, spielten wir auf Blockflöten an den Adventsonntagen daheim.
Die Vorweihnachtsgeheimnisse, ich werde sie niemals vergessen. Die Eltern lächelten unschuldig und halfen, Briefe ans Christkind zu verfassen, als ich und meine Geschwister noch zu klein dazu waren. Später schrieben wir sie selbst, auch nachdem uns längst bekannt war, wer Weihnachten ausrichtete. Die verzierten Kuverts deponierten wir aufgeregt zwischen den Fensterflügeln, ehe wir zu Bett gingen. Am nächsten Morgen lag Sternenstaub statt der Briefe dort.
Am Tag des Heiligen Abend brach unvermittelt Hektik daheim aus. Nach einem schnellen Frühstück warf Oma jeden aus ihrem Reich, der Küche, hinaus. Wir Kinder wurden in unsere Paletots geschüttelt und mit Papa vor die Tür gesetzt. Nun war Weihnacht! Nach einem langweiligen Friedhofsbesuch folgte ein Spaziergang auf den Christkindlmarkt. Hier gab es Glanz und Glitzer, nur hier. Und viele Väter mit Kindern, die wie wir die Wohnungen verlassen hatten. Wir schleckten rosarote Zuckerwatte und kandierte Äpfel; die Papas futterten Bratwürstel und prosteten einander mit Glühwein zu. In der Luft lag ein Duft von Zucker, Senf, gebrannten Mandeln und Alkohol. Wir fuhren mit einem kleinen Ringelspiel im Kreis.
Halberfroren kehrten wir am Nachmittag heim.
Bis auf die Bahnhofsrestaurationen, in denen sich die Einsamen und Gestrandeten trafen, war die Stadt gegen siebzehn Uhr leergefegt. Hinter den Fenstern wurde es Licht und das Warten begann. Im Weihnachtszimmer, das seit dem Morgen zugesperrt war, knarrte der Parkettboden verdächtig.
„Psst“, sagte Papa und legte den Zeigefinger an die Lippen, „das Christkind.“
Wir kicherten und mein Herz klopfte schneller. Oma hatte ihre Kocherei beendet und ein elegantes Kleid angezogen. Onkeln und Tanten trafen nach und nach ein. Als alle versammelt waren, verschwand Mama. Wieder knarrte es im Nebenzimmer, bald darauf ertönte endlich das ersehnte leise Glockenklingen. Plötzlich war Mama wieder da und sagte erstaunt: „Mir war, als hätte es eben geläutet? Ich glaube, das Christkind war da!“
Papa öffnete die Türflügel und wir stürzten hinein.
„Ah“, sagten alle und „Oh!“
Im Halbkreis aufgereiht sangen wir falsch und auch richtig „Stille Nacht“, danach „Oh, du Fröhliche“ und zuletzt „Oh Tannenbaum“, während die Kerzenlichter im Hauch unserer Lieder tanzten.
Unter dem Baum stand mein großer Wunsch: Das Schaukelpferd.




by ELsa


------------------------------------------------


Porträt meines Freundes,
dem Lyriker Heinz Kurt Rintelen
zur Präsentation seiner Werkschau bei FV-Verlag www.fv-verlag.de:

Videodatei

17. Dezember 2007

Ian Andersen - Jethro Tull plays Boureé v. J.S. Bach



--------------------------------------------------------------------



Ich vergesse nichts!

Manches sehe ich
ein wenig anders
durch die Brille
der Jahre

weichgezeichnet
kaum schmerzhaft
etwas geschönt

doch nichts davon
möchte ich missen


by ELsa

13. Dezember 2007



alltagsgeplauder

das dauernd
gleiche neu zu sehen
die schwere kunst erlernen:
jahrzehntealtes lachen nicht
ertragen – lieben das vertraute
in überraschungsreichen finten
so tun als ob es schön sei
immer noch

und draußen
singt die nachtigall


by ELsa

-----------------------------------------------

Petros http://blogpoesie.de/ ans Licht gebracht:

Der Nachtigall Sang
Die Liebe, die Rose auch
Der Gedichte Klang

Metaphern alltäglich Brauch
Und doch: aller Tage Prang

by Petros

Gemälde : Frida Kahlo

09. Dezember 2007






wer bin ich im schlaf

reise über highways in roten highheels
auf luftballons laufe ich männern
ohne gesicht nach schergen eigentlich
warum stehe ich vor grünverschossenen
türen kein anschluss unter einbahnschildern
in meinen kleidern aus panzerglas und
galoppiere auf einem apfelschimmel
ins erwachen so allein im bett
mit einer der ahnung von liebe








by ELsa
Gemälde : René Magritte

03. Dezember 2007



Und es wird Dezember ...

Die Krähen geschäftige Herren
im Smoking hoch auf immer denselben
Schlafbäumen decken sich mit Nebel zu des Nachts.
Manchmal stirbt einer von ihnen und fällt hinab.
Bis zum nächsten Abend staksen sie in seiner Nähe
(ein letztes Geleit) umher,
überschlafen dann die Angelegenheit
um Tags darauf erneut ihren üblichen
Beschäftigungen nachzugehen.

Der Straßenkehrer räumt den Smoking
samt dem anderen Müll weg.

by ELsa
------------------------------------

Petros http://blogpoesie.de/ ans Licht gebracht:

Der Tod holt sich, wen er will
und das Leben auch!

01. Dezember 2007



dein gelächter zerblutet

jedwede hoffnung
achja hoffnung: was für ein plattes wort
an die ich mich klammerte

verblödet vor liebe
jahr um jahr in weiß gekleidet

das half wirklich gegen dein brüllen

nachbarliche augenblitze schüttelte ich
von den schultern ehe sie sich einbrannten
alles wird gut – flüsterte ich

bis zu diesem morgen
mit deinem zinnoberlachen



by ELsa

Fresko : Uta Peter

Leser

Blog-Archiv

Über mich

Mein Foto
ELsa Rieger
Wien, Österreich
Wer mehr über mich wissen möchte: Linksliste: Elsa Rieger
Mein Profil vollständig anzeigen