
du bist dann wieder mal. weg.
ich kaue steine zu sand.
schluckt sich rau bis nicht.
könnt ich das schwere von dir.
nehmen. dich wiegen. aber.
du bist ja wieder mal weg.
da liegt ärger. gehen ist leichter.
hilflos das bleiben. warten.
obwohl: ich kanns verstehen.
HÖREN
by ELsa (Version 3.7.)
Foto: Tschüss von Jürgen Nießen by Pixelio.de
28. Juni 2009
26. Juni 2009

peter pan
thriller unterm mond
lichtgestalt silbertanzt
in neverland: I’m bad – so bad
angekränkelt von
unsrer rauen welt
bis in den tod
ein missbrauchter junge
by ELsa
the king of pop
ist tot.
ich liebte ihn wie das rot
ich haßte ihn wie das blau.
ich war fasziniert von seiner schau.
er ließ füße tanzen
und hände klingen.
er war vielleicht ein armer hund
und niemals ganz gesund.
ich bin dennoch traurig,
ich liebte seine musik
als ich jung und fit
gerne abtanzte und lachte.
nun ist er tot.
und es stirbt ein stück mit.
by Angelika Demel
er brannte
innerlich
äußerlich
er versprühte
funken
entfachte
feuer
versengte
kindliche
gemüter
war selber
nicht weiter
verbrannte
an sich
und der zeit
by Ursa
spiegel
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schreibtalk
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Freitag, Juni 26, 2009
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23. Juni 2009

Helene in der Dessousfabrik
„Schau, Helene, du bist noch nicht so weit, um Tag für Tag deinen Job zu machen.“
Auf einen Ellenbogen gestützt, liegt Helene auf dem Schreibtisch ihres Vaters. Als Kind hat sie das auch immer gemacht. Quer über seinen Papieren. Um ihm näher zu sein. „Ich will jetzt wissen, was mit meiner richtigen Mama ist“, fordert sie. „Wie ist ihr Name?“
„Desideria“, sagt der Vater. Er zieht ein paar Dokumente unter Helenes Hüfte hervor, aber sie schlägt ihre Hand darauf. „Lass diesen Kram, rede mit mir, Papa!“ Sie spürt, wie ihr die Zornesröte ins Gesicht steigt. Er lehnt sich mit einem bedauernden Blick auf die Zetteln in seinem Sessel zurück. „Gut. Aber mach mir die Rechnungen da nicht kaputt.“
Am liebsten würde sie alles zerfetzen, lässt dennoch los und setzt sich auf die Besuchercouch, weg von ihm. „Also.“
„Desideria kam nach ihrem Abitur aus Andalusien nach Wien. Sie hat die Kunstakademie besucht. Die Mittagszeit verbrachte sie immer in dem Tapa-Lokal, in das du mit mir auch so gern gehst. Es war damals das einzige spanische Restaurant in der Gegend. Dort haben wir uns kennengelernt.“ Der Vater verstummt, sein Blick ist nach innen gerichtet.
Helene schenkt ihm eine Minute, dann sagt sie: „Und?“
„Sie war eine Künstlerin. Betörend schön, betörend begabt, betörend charmant. Sie war erst neunzehn, als du geboren wurdest. Man muss das verstehen.“
„Sie wollte mich nicht“, murmelt Helene.
Der Vater setzt sich neben sie. „Sie hat sich wahnsinnig gefreut auf dich!“
Helene sieht ihn an. „Wie auf eine neue Puppe?“
Er streichelt ihre Wange. „Du hast die gleichen Augen. Groß und braun. Du siehst aus wie sie.“
Helene wendet sich ab. „Warum hast du es mir nicht gesagt?“
„Weil ich dir nicht weh tun wollte.“
„Ach!“ Sie springt auf, greift durch die Rippen nach ihrem Herzen, reisst es heraus. Es ist ein schmatzendes Geräusch. Helene hält den blutigen Klumpen ihrem Vater hin. „Du hast vergessen, dass ein Herz alles fühlt! Und dass das alles gelebt werden muss!“
Ihr Vater tut so, als ob er ihren Schmerz nicht sehen kann. „Es gab nie den richtigen Augenblick, es dir zu erzählen, mein Kind.“
Helene stopft das Herz zurück. „Für sowas gibt es keinen richtigen Moment, Papa.“
by ELsa
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Dienstag, Juni 23, 2009
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18. Juni 2009

wie lieb ich
die verworfenheit in wiener
sommernächten
erhitzte haut
laternenglanz in augen
voll verheißung
schlendre dahin
in schmalen gassen
muss dich
dabei berühren
verweile und wir kehren ein
ins beisl auf gespritzten
prosten uns zu
statt glas trifft hand
dann schenkelschluss
und kuss
by ELsa
Gemälde: Liebespaar von Kolo Moser
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Donnerstag, Juni 18, 2009
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15. Juni 2009
13. Juni 2009

Helene weiß jetzt, warum sie nicht lieben kann
Louis hat einen Abschiedsbrief hinterlassen:
Mon Amour, ich spürte, du bist nicht mehr bei mir. Nie mehr. Quel tragique! Du mochtest bloß einen petit Part meiner Nature, nicht den ganzen Louis. So entferne ich mich schweren Herzens aus deinem Vie. Aux revoir, ma belle Helene.
Sie wischt ein letztes Barthaar vom Papier, kriecht dann auf dem Teppich herum, um es wiederzufinden. Aber es ist verloren.
Helene lässt sich ein Bad ein. Als sie in der Wanne liegt, umgeben von knisternden Schaumbläschen, schmiedet sie Pläne. Das ist besser, als jetzt über ihre Mutter nachzudenken. Morgen gleich wird sie diese Wohnung kündigen, in der Fabrik ihren Arbeitsplatz einnehmen. Schluss mit dem Reisen, den Männern. Nur mehr Werbekampagnen entwerfen für Hemdchen, Büstenhalter und Unterhosen. Zwischendurch vielleicht wohltätige Zwecke, oder Künstler fördern oder gegen die Weltarmut protestieren? Jetzt geht es Helene schon besser. Sie duscht den Schaum ab, überzieht das Bett frisch, legt sich nackt zwischen die duftenden Laken. Krallt ihre abgebrochenen Fingernägel in die weiche Haut der Innenschenkel. Alles wird anders werden. Jetzt.
by ELsa
Bild: Mike Worrall
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Samstag, Juni 13, 2009
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07. Juni 2009

verdorben
wenn leidenschaft mich greift
das herz einfach über lippen
strömt in alle poren
darüber hinaus in die welt
in einem lachen ~ unglaublich
golden und kitschig
dann ja dann sehen die draußen
herüber mit graugesichtern
hinter abgewinkelten mündern
schwelt: welch verworfenheit
in diesen üblen zeiten
will mir das leichte rauben
erstickt beinah leg ich
das weiße kleid zusammen
verberg es unter rosen
by ELsa
Ans Licht geholt: Syntaxia
Nur im Dunkeln
hinter zugezogenen Vorhängen
darf die Leidenschaft glühen
Berührt sie das Licht
bist du verdorben
Ans Licht geholt: Veredit
Romantik liegt nicht im Geist der Zeit
Frösche und Prinzen überbewertet,
Katzenliebe als seicht verschmäht
Eskalation von blühenden Apfelbäumen im Mai
und dann noch Träume von Raureif im Garten
gar verschnörkeltes Hummelgesumm
doch Wege wollen begangen werden
und alles fängt an mit dem ersten Schritt
hüpfend, tänzelnd, federnd, gar freudig
… auf jeden Fall vorwärts
Herzlichen Dank euch!
Bild: Rene Magritte
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Sonntag, Juni 07, 2009
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04. Juni 2009

Helene ist traurig
Margarethe, die durch die Arbeit im Garten eine gute Gesichtsfarbe hat, sieht jetzt grau aus. Sie schweigt beharrlich und Helene wird immer verzweifelter und wütender. „Bitte“, fleht sie. Sie kratzt am Stoffbezug der Armelehnen, die Nägel brechen einer nach dem anderen ab. Wenn diese Frau da nicht gleich redet, wird Helene sie in den Hals beissen. Margarethe öffnet den Mund, aber es kommt nichts heraus. Helene setzt zum Sprung an, doch in dem Moment hört sie die Tür und der Vater steht im Zimmer. „Ich habe gehört, du willst wieder arbeiten, mein Kind, das ist ja wunderbar!“
„Wo ist meine Mutter, Papa?“ Helene fliegt ihm in die Arme.
Nun wird auch er grau im Gesicht, stöhnt auf, schwankt.
„Was ist denn los mit euch?“
Der Vater lässt die Arme sinken, schlurft zum nächsten Sessel, fällt hinein.
Vielleicht war meine richtige Mama somnambul, denkt Helene. Sie ist über die Dächer spaziert im langen Nachthemd und in eine Stromleitung geraten.
„Ist meine Mama gestorben?“, fragt sie die Graugesichter.
Ihr Herz bricht fast, als der Vater antwortet. „Sie ging fort, als du zwei Monate alt warst. Ich bat Margarethe, mir zu helfen.“
„Warum hat sie uns verlassen, Papa?“
„Ein Land reichte nicht. Ein Mann reichte nicht.“ Er steht auf und geht aus dem Zimmer.
by ELsa
Gemälde: Birthday Gift von Marc Chagall
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Donnerstag, Juni 04, 2009
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