Zum Frauentag 2012
Bänkelsang
Einst schleppt’ der Mann die Frau in seine Höhle,
sie blieb, sie hatte keine Wahl!
Er ging und jagte Tiger, Bisons, Löwen,
sie hütete das Feuer, kocht’ sein Mahl.
Refrain:
Ob Hüterin des Feuers
oder als Grande Dame,
vielleicht als Feministin?
Hauptsache, wir halten z’samm!
Nach einer Weil als Ritter hoch zu Pferde,
zog er auf Kreuzzug in das Heil’ge Land.
Im Keuschheitsgürtel Jahr um Jahr aus Ehre,
saß sie am Webstuhl, bis er heimwärts fand.
Der Bürger und Baron das Puff besuchte
und sich gerne auf das Mädchen legt’,
derweil die Ehefrau beim Kränzchen fluchte,
ansonsten schwieg und die Migräne pflegt’.
Ob Hüterin des Feuers
oder als Grande Dame,
vielleicht als Feministin?
Hauptsache, wir halten z’samm!
Es kam die Zeit der Suffragetten.
Frau schrie: wir wollen an die Macht!
Schluß, meine Herrn, wir sprengen alle Ketten,
das hättet ihr im Traum euch nicht gedacht!
Dann war es so, die einen sagten: Schwanz ab!
Den anderen spuckt' Mann auf den Kopf.
Der Macho meint': ihr schaufelt euch das eigne Grab!
Die Softies trugen einen Zopf.
Heut ist geschafft, die Frauenquoten steigen,
wohl zäh jedoch allmählich immer mehr.
Die HERRschaften schön langsam dazu neigen,
auch das Geschlecht des Weibs zu achten sehr.
Ob Hüterin des Feuers
oder als Grande Dame,
vielleicht als Feministin?
Hauptsache, wir halten z’samm!
(c) ELsa Rieger