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7. Juni 2015

herzverschmerzt

 
herzverschmerzt

nach einem illusionierten
wir – das braucht zeit zeit zeit
denn immer noch wütet:
ich will dich dich dich


du aber fürchtest dich
vor meinem schmerz
musst du nicht


ich krieg auch das noch hin
wahrscheinlich
weil ändern kann ichs nicht


Elsa Rieger
Bild: Federiсo Zandomeneghi

4. Juni 2015

Blitzwut




Blitzwut

unterm Brustbein rollt der Donner
schwefelgelb rotiert das Blut
rot steigt Hitze in die Stirn

dahinter quält das Bild
von dir mit einem Lachen
das nicht mehr mir gehört

die leisen Geheimnisse
zwischen uns teilst du
längst mit einer anderen

sie weiß von deinem tätowierten
Drachen auf der Lende und
welche Angst dir Altern macht

unsere Codes einander sprachlos
zu verstehen – ob du sie teilst
mit ihr – sprengt mir das Pochen
hinterm Rippenbogen

großmütig bin ich nicht
wünsch dir die Pest
ganz ehrlich   


ELsa Rieger

29. Mai 2014

frühlingselflein



himmelwärts
mohngedanken ziehn
spazieren am wienfluss
im mai ohne worte
sonnengeflutet



ELsa Rieger

28. April 2014

Nur Spaß



sagte er, lachte
die Zähne schwarze Stummeln
sie war 16 - ein neugieriges Kind
hielt ihm die reine Ellenbogenbeuge
hin - sah zu wie Blut kam

dass er sie anfixte
verstand sie erst viel später
jetzt aber übergab sie sich
und dachte zugleich daran
wie sie Kohle aufstellen konnte
für den nächsten Schuss

bald machte sie sich klar
fürs Anschaffen - war einfach
jung und unverbraucht wie sie war
und die Jahre gingen ins Land
unzählig die Männerschar
die über sie drüberstieg

Wäre die Angst nicht gewesen
die vorm Schmerz
hätte sie gern Schluss gemacht
sie tat es nicht und ließ
ihre Seele fressen



(c) ELsa Rieger

14. Dezember 2012



Das Meer schlägt wild um sich
und ich heul (anstatt zu reden)

Mag sein, Melancholie ist Mann
fürs Weib und damit Crux

Ich könnte weg von dir mich
in die Wellen werfen
sie tragen bis nach Afrika
du fändst mich nimmermehr


Doch wenn (wie Lisa sagt) dir
vom Geschlecht der Clown grinst
schaff ichs ja nicht, mit Schaum
gekrönt von dir zu lassen



(c) ELsa Rieger
Bild: (c) Monika Kortmann 




29. November 2012



















als ich den goldtopf suchen ging


(am fuß den regenbogens, redete man mir in der kindheit ein)
wanderte ich durch verdorrte wälder, über giftige hügel,
kam in städte, zerstört von kriegen, hungersnot, 
sprang über bäche mit toten fischen, landete auf welkenden wiesen.

der regenbogen fußt stets andernorts.




Text & Foto: ELsa Rieger

29. September 2012



wie kann ich vergessen

seh ich doch jeden tag
was du so machst
im social media vernetzt

trieb fantasie die gröbsten blüten
genährt aus wortgeflecht
das wir im hintergrund uns
flüsterten vor zeiten


(c) ELsa Rieger
Foto: pflanzenlust-blog.de

20. August 2012



so rot brennst du
in meinem fleisch noch immer
hat mir nichts genützt – kein fluch
kein eishauch kein vergessen

die glut will nicht verlöschen
mit der du mich gesiegelt hast
dem ende wohnt kein zauber inne


(c) ELsa Rieger
Foto: (c) Armin Hippmann

4. Juli 2012




Scherbengericht

Nachdem das Ding zerscherbt
vor meinen Zeh’n am Boden lag
– pulsierte weiter wie verrückt –
beschloss ich: Diesmal klaub ich es nicht auf

Genug von wilder Zitternot
der Tollheit des Begehrens
Flüsterversprechen ergriffen lauschen
und endlosem Vertrauen

Die dummen Stücke klopften noch
sprangen mir um die Füße
ich trat nach ihnen und darauf
bis sie sich still ergaben

Dann griff ich sie mit Schutzhandschuh
schloss ein ins Glas die Katastrophe
atmete auf – und ließ das Lieben endlich sein



(c) ELsa Rieger
Bild: Magia of the heart (c) A. Andrew Gonzalez

10. Juni 2012

Vielen Dank, mein Freund Miro,
für diese Antwort auf mein Gedicht
Ich und Du (wie recht du hast ...):



Begegnung

das stumme gespräch
(kein zweifel:
ein mächtiges instrument)
tat seine wirkung –

(aus heutiger sicht eine besonders
glückliche fügung des schicksals)
du und ich vor kulissen
nur eine sekunde lang
zwei herzen/zwei flammen
in die enge getrieben –

das stumme gespräch
(mit der zeit im rennen)
lässt sich nicht mehr abschütteln
es begräbt uns langsam

Miroslav B. Dušanić









19. Mai 2012



Wetterumschwung

heiß und ungestüm rüttelts
an meinen Nerven/Türen/Fenstern
fetzt mir seit Tagen dein Wüstenherz
um Haut und Sinn

wird dauern bis der Föhn zusammen
bricht wie meine Liebe

doch später finde ich mich
für Hörmomente daheim
bei John Lee Hooker
bis zum Regen: Boom Boom


(c) ELsa Rieger

8. Mai 2012


 
/bist echinoidea mir/

statt mich im glanz zu spiegeln
in deiner augen meere
ertrank mein herz und ich
soff ab /sowas passiert/

zernadelt nun sind beide ichs
und nicht zu ziehn die stacheln
stecken gebrochen tief
unter der haut





(c) ELsa Rieger
Foto: (c) Blumenfeld bei pixelio.de

18. März 2012


Wenn die Liebe geht

was kommt dann, was kommt dann?

Betäubung zuerst. Ferngesteuertes Taumeln durch nervtötende Alltäglichkeiten. Bald zerreißt das Herz, und Schmerz wie Erstaunen fällen einen. Da war doch irgendwann eine Weide, unter der zwei lagen, vereint in Zärtlichkeit. Ein Waldsee, still im Mondsilber, vertrautes Geflüster. Nun, auf allen Vieren, die Beine tragen nicht mehr, schiere Ohnmacht. Fetzen treiben vorüber. Fetzen von Blicken, einem Tanz, dann dem Kuss. Fliederdüfte am Wasser. Worte ohne Zahl, Versprechen, Bekenntnisse, Schwüre. Auf allen Vieren jetzt. Und ja, der rote Mohn! Rot überall, auf Lippen, Stoffen, Schmuck. Blütenblätter. Rot. Seliges Lachen. Nicht einmal mehr auf allen Vieren, gekrümmt am Boden liegen. Die Worte fügen sich nicht mehr. Die Haut fügt sich nicht vom Ich zum Du.

Das kommt dann.


(c) ELsa Rieger
Foto: Sandra Nabbefeld bei pixelio.de

14. März 2012


so kann alles auch täuschung sein


aus leergefühlen und sehnsucht
verklammert sich eins ins
andre feuerwerkskörper
schlagen ein und zu
beginn summt stets das blut
heiß steigen tränen später
schwemmen fort
mehr bleibt ja nicht



(c) ELsa Rieger

6. März 2012


ich fürchte den schmerz nicht mehr

ich male alles. was war.
muschelkalk schmeckt/riecht
meersalzig. zerreiben. kneten.
grauschlammig quetschen.
bis zum ellenbogen im dreck.

auf leinwand gepappt/gespachtelt.
die wahrheit. kein gesicht mehr.

müde geworden des antichambrierens.
verweht vom wind vorbei. ich.
male alles. was war.

(c) ELsa Rieger
Foto: Günther Moro

2. Februar 2012


tauwetter

nach dem zittern um dich
zu sehen hilflos
in deine augen / die hand

einmal noch streicheln
nach dem abschied
die erstarrung in mir

als ecken/spitzen/eiskristalle
verbohrt lange zeit
nach dem frieren

schlägt leben zu
rüttelt und wirft mit freude
bis ich bebe
zulasse und vertraue


(c) ELsa Rieger
Foto: Harry Hautumm bei pixelio.de

21. Dezember 2011


der Schmerz wird leiser zwar

die Narben glühen weiter
und mehr wenn Feste nahen
obwohl heut weht der Nord
durch Stoff und Wolle
bis zur Haut
mich frierts
und gierts
nach deiner Wärme


(c)ELsa Rieger
Bild: Lilya Corneli

16. Dezember 2011


lichtblick im traum

dunkelvernebelt, die tage
angefüllt mit warten, stunden-

leer mein blick, nachts
schlüpf ich davon
spür deine fährte auf
lauf mit leichtem schritt

bis ich dir nahe bin, so nah
deinen heißen lippen

und seidenhelles haar
verströmt den liebesduft


(c) ELsa Rieger (Text&Bild)

12. November 2011


Trunken

setzt sie sich in Szene
und ihre Augen leuchten zerglüht
wie der linke Nylonstrumpf
auf Zigarettenasche am Boden
liegt sie nachtspät zwischen
unbekannten Männerbeinen
so lacht ihr rotverschmierter Mund
und die Sehnsucht bleibt



(c)Elsa Rieger

13. Oktober 2011


Butterbrot macht Wangen rot
Geliebtentod färbt blass

wie winterliche Felder
sich breiten übers Land

Zeit verschlossner Lippen
abhanden kam ein Lächeln

wenn nach Monaten
/so kalt/
die Nebelkrähen nordwärts ziehn

sichs doch zum Frühling wendet
verzehr ich wieder Butterbrot


(c) ELsa Rieger
Bild: Claude Monet - Flaches Brot

Kommentargedichte ans Licht geholt:

Barbara schreibt:

es wird gesagt,
dass wir durch
Leiden reifen.

Wenn genügend
Zeit verflossen,
wirst Du hungrig
nach dem
Brot mit Butter
greifen.



Rachel
schreibt:

Trauer besitzt keine Farben mehr

die Wangen scheinen fad und leer
der Tod hat alles mit genommen

Die Zeit wird sich lebendig zeigen
sich mit Farben neigen
zu dir hin


Flo schreibt:

Dämmerung

Erinnerung fliegt frei durch dunkle Weiten,
ein tröstend Licht mir aus der Ferne winkt,
wie heller Ruf erreicht mich so aus allen Zeiten
mein Lebenslied, das von Vergang`nem singt.

Auf Schwingen sehnsuchtsvoller Weisen
berührt die Wärme der Empfindungen mein Ich
und Dankbarkeit löst alt - verrostet Eisen,
die schmerzend hielten fest umschlossen mich.

Und in der Dämm`rung stiller Augenblicke,
wenn Sternenstaub das Dunkel mir vertreibt,
weicht Wehmut voller Dank dem Glücke
und haucht vergehend: was einst war, das bleibt.

FvB


Ich bedanke mich herzlich dafür, ELsa

Dieser Blog wird durch das Deutsche Literaturarchiv Marbach archiviert.

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