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17. September 2012

Aus dem Projekt: Stadtlieben von ELsa Rieger & Miroslav B. Dušanić


fortgestürzt bin ich – dir
zu entkommen

liege wach

in einer fremden
grauen stadt – herein
weht bittersüß musik

bis ein fenster zugeschlagen wird

– stille bleibt

©Elsa Rieger




die kälte steigt – von mund zu mund
bleibt im nacken
in immer neue kristalle geformt

die glocken schlagen vier – (zu mir zu dir)
keine versprechenden worte mehr
nur die nacht droht mich (uns) zu ersticken

© by @miro

Bild: ELIS  

11. Juni 2011

am abend eines langen tages
frag ich mich wies dir so geht

ob unsre weide nah dem waldteich
immer noch zum schutz uns steht

und ist die liebe stark wie ehdem
wird durch den alltag nicht verweht

so will ich dich in rosen betten
bevor der mond sich weiterdreht

(c) ELsa Rieger


die antwort kommt nach einer nacht
in der ich viel an dich gedacht

nach losem schlaf von schmerz durchwacht
hab ich sie sehnsuchtsvoll verbracht

ich flog mit einem hellen stern
durch wiesen felder städte fern
in eine enge gasse hin
versteckte mich im wolkenkleid
als schmales licht stand ich bereit
das dein gemach durchschien

du holtest mich in deinen traum
aus deiner hand wuchs mir vertraun

und meine hand war dir geleit
durch diese dunkelkalte zeit

(c) Monika Kafka

Bild: Hans Makart

9. Januar 2011

Aus dem Projekt: Stadtlieben von ELsa Rieger & Miroslav B. Dušanić




kann nicht bleiben – fliehe das bett
mich friert
und ich zieh zwei jacken an

eine für dich
eine für mich

irgendwo eine überfüllte
kneipe – warmes licht hinterm fenster

ich öffne die tür:
so fremde gesichter


©Elsa Rieger
Foto: Olivia Santos




vollgepackt mit erinnerungen
blind gerannt – weit weg

in endlosem laubregen
winde zu entziffern – mit jedem windstoß
ein höllenqual

soll ich ... wie kann ich dich vergessen ...?
– du bist überall


© by Miroslav B. Dušanić
Bild: McAlister

28. August 2010



und wieder wird sommer – mutig
durchwärmt reisen – an schnüren
landschaftsbilder ziehen bis zum

kopfbahnhof

unter linden weht mein kleid
trägt vor dein haus mich – alle
fenster weit

endstation

– wage nicht einzutreten

©Elsa Rieger


der sommer ist da
und die lust
schon längst verflogen

mit jedem atemzug
ein stechendes insekt

nimm dir zeit – auch wenn dich
schatten umgeben
auch
wenn es regnet – leise

rauschend

und alles
was da kommen mag

dann gehört dir
unser leben ganz

© by @miro




Aus dem Gemeinschaftsprojekt "Stadtlieben" von Elsa Rieger und Miroslav B. Dušanić
Bilder: Lilya Corneli

25. Juni 2010

Ulla Thielenhaus / Elsa Rieger / Miroslav B. Dušanić

auszüge aus dem gemeinschaftsprojekt "stadtlieben"



steige gewundene stufen

aufwärts – so still hinter
deiner tür

doch atmet es ganz
nahe – lege ich die wange
ans raue holz

dahinter – ich weiß noch -
das zimmer wie ein
regenbogen

bettgelegt in wolken – weiß
und blau kariert
hat mich dein

leib – die seele
aber schützt du wie
zerberus die hölle

© by Elsa Rieger

____

climb the winding stairs
upward – stillness behind
your door

there is breathing
close by – as I lean my cheek
against the rough wood

behind it – I remember –
the room like a
rainbow

bedded in clouds – white
and blue-checked
your body
takes

me – the soul
guarded as
Cerberus guards his hell


© by Elsa Rieger
(Translated from german by Prof. Gertrud Grisham)





ich kenne die bereitschaft deines atems
(adrian munteanu)


viele schlaflose nächte vergehen
so als flüsterst du aus der dämmerung
- unbefragt – die liebe zum ewigen dasein

dein atem wärmt nicht: es gleitet lautlos
und verschlingt mich

aus-halten-aus
kein laut
dringt ins zimmer

© by Miroslav B. Dušanić

____

i know the readiness of your breath
(adrian munteanu)

many sleepless nights passing
as though you whispered out of the dusk
– unquestioned – the love of being everlasting

your breath does not warm me: soundless it glides
it devours me

hold-fast-hold
no sound
enters this room


© by Miroslav B. Dušanić
(Translated from german by Prof. Gertrud Grisham)

LINK: Ulla Thielenhaus

1. Februar 2010



trinkst duwieder und wieder
verschwimmt die nacht
im schnaps – schein
der leselampe glimmt

– was wäre wenn –

in orangegelb ein sehnen
zittert im mundwinkel

tauchst schluchzend es unter
wie eine kleine katze

wieder und wieder

©Elsa Rieger


Sag, wie nennt dich man dort?
Nimmer!

/ – Edgar Allan Poe /

denk nur zurück – wie viele tränen vom gesicht
nährten deine zimmerpflanzen
wie sie wuchsen und wuchsen
auch in der finsternis

sieh sie an – wie sie heute dir entgegenglühen
unschuldig: gelb – orange – rosa – rot
und hilflos in ihr getöse stürzen
egal wo du bist

© by @miro


Aus dem Gemeinschaftsprojekt "Stadtlieben" von Elsa Rieger und Miroslav B. Dušanić
Bild: "Traum" von Rousseau

29. Januar 2010



schenkelumschlossen von mir
erklang deine angst: es ist nicht nur liebe
alltagskälte kroch
zwischen uns – schlangengleich

love me tender – zu spät
perlte es heraus

und ich ging – ehe du
den ersten schritt ...

©Elsa Rieger



du gingst oder ich ging – war nicht
vorherzusehen – vollzogene weltreise
eine enttäuschung

in die leere fuhren uns offene türen
und kein raum wartete auf uns

was blieb sind nur verwüstete metropolen
sind die nekropolen wo unsere worte – traurig
hausen

© by @miro

Aus dem Gemeinschaftsprojekt "Stadtlieben" von Elsa Rieger und Miroslav B. Dušanić
Foto: Holger Bär bei www.pixelio.de

15. November 2009



hol dich zurück – jetzt
wo alles gesagt ist
sattle das pferd

was kann schon geschehen?

sei königin
befahlst du mir
und: wälzt dich selbst
in feigheit

by ELsa


jetzt - tief in der stille
platzen alle träume

wie wird wohl alles weitergehen?

sattle das pferd
befahlst du mir
gewaltige leere: in deinen augen
weder sattel noch pferd

by @Miro

Aus dem Gemeinschaftsprojekt "Stadtlieben" Elsa Rieger und Miroslav B. Dušanić
Bild: Franz Marc, Träumendes Pferd

Anmerkung: Diese Parallelgedichte sind ganz neu, was mich sehr freut, Miro!

10. November 2009



niemals versprach ich einen rosengarten

auf unserem balkon
ich wollte
ich hätte
es getan

wo wären wir heute

trinke rotwein blicke
auf die nacktheit draußen
warte immer noch

die nacht verschlingt die stadt

by ELsa


was es hätte sein können
mit jedem schritt


in meinem heutigen leben kein blumentopf
auf dem fenstersims
der balkon – nur deponie
für ausgeleerte träume

aufgespießte erdbeeren schreien
seit vorgestern
auf meinem teller – die kälte in der luft

ich sehe zum fenster hinaus auf die straße
und alles leer – die nacht verschlingt
nicht nur die stadt – sie beißt mich sehr

© by @miro

Aus dem Gemeinschaftsprojekt "Stadtlieben" Elsa Rieger und Miroslav Dusanic

9. Oktober 2009



nein – ich wusste es nicht

was ein kurzer sommer
mit dir bewirkt

sitze im café bei campari – rot
waren deine lippen und voll

auf der straße nimmt ein mann
das gesicht einer frau in die hände

die jukebox: you are so
wonderful tonight


ich schickte dich fort

und höre nicht auf
dich zu sehen

by ELsa


blätter fallen ununterbrochen

blatt für blatt: zwischen oben und unten
mein herz


um dich und die stadt
mit abstand zu betrachten

alles andere schien unwichtig
und der tanz: der rhythmus
ah – der rhythmus


durchdringt immer noch
– was geht mich das baumblatt an

© by @miro

Aus dem Gemeinschaftsprojekt: Stadtlieben von Elsa Rieger/Miroslav Dusanic
Foto: Ruth Rudolph bei pixelio.de

26. August 2009



so richte ich mich ein – auch ohne dich
die kahlen tage zu beleben

zwinge dem mund ein: guten tag
ab – unwillig
schlägt mein herz

überall feindesland
... wittern

/ der einkauf spießruten /

lauf – das brot in der neuen wohnung
mit dem tränennachgeschmack


by ELsa


so drehen wir uns routinemäßig in kreisläufen
– belügen
von erstem frühlingsregen

bis zum herbstsströmen – sonnenlos
wie lange noch: ja hier bin ich

biete dir meine dunkle seele an
so einfach angerichtet wie bauernsalat
– der noch immer schmeckt


© by @miro

Aus dem Gemeinschaftsprojekt: Stadtlieben von Elsa Rieger/Miroslav Dusanic
Foto: AngelaL bei pixelio

18. September 2008



ELsa:

die stadt ist leer von dir – rotbraune blätter
rascheln
unter meinen schritten

verharre vor dem brunnen – jetzt
mit brettern winterlich
vermacht

ich atme noch
dein sommerkleid
küsse die noten auf

deinen lippen: guten morgen
jean harlow

wie war die nacht


dein zug geht um halbzehn
– ich werde nicht dort sein


Miro:

noch wenige stunden – ich bin da
ohne erinnerungsdruck
lege meine

täglich aufgelegte maske ab

auf dir beliebte straße deiner stadt
und endlich: guten morgen
geliebte

wie war deine name


nicht kommst du
an mir vorbei

auch wenn unser gedächtnis
– nicht anders

als ein streichholz leuchtet


by ELsa / © by @miro

Aus dem Gemeinschaftprojekt: Stadtlieben von Elsa Rieger/Miroslav Dusanic
Foto: Martin Schemm http://www.pixelio.de

4. März 2008



im Norden nur trübe Wasserweite
in traurigem Blick
stürmen Winde
gebrochene Sonne am Horizont
dazwischen ein Segel
gebläht – auf

Halbmast dein Blick


by ELsa & Miro
Foto : Günther Moro

14. Februar 2008

nacht des heiligen trifun

nachts umher ging und schrie
so traurig: küssen wollt
unter zweigen ich
wo man die augen offen
bis zu himmel
schlafen kann


die nacht als sie sterne
in den wimpern trug
unerwartet: sie versank
im zarten birkenbaumschatten
dass mein herz
für immer gebrochen


©by Miro




wahrheit des entheiligten


und auch tulpen halfen
nichts gegen grauenhafte
öde blieb genau dort wo
es schlug für dich

was ist ewigkeit außer
theoretisches gewäsch
du meine güte ist das
unerträglich geworden


by ELsa

Foto: ELsa

Ein Kommentargedicht von Vinzenz:

Unerträglich ist, was alleine bleibt.

- Dreibeiner -

Alles schaffen
alles
wenn es nur gemeinsam ist.

Das ist die einzige Stütze
die uns unsere zwei Beine nicht sind.

Ohne sie fallen wir ewig
und schlagen endgültig auf.


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küssen wollt unter zweigen ich
– einatmen dich als blütenduft

so long baby – sagst du
versenkst in hosentaschen
deine hände

– gutgelernte tanzschritte

zwischen bougainvilleas
verschwindest du – ich schüttle den kopf


©Elsa Rieger



drei antworten

es war kalt: bei solcher nachtluft
frieren auch meine hände

hast du die traurigkeit gerochen
luftig breitete sie sich aus – zu laut und zu heftig

manche kehren wieder aus dem traum
– unbestellt –
und lieben noch mehr


© by @miro

Aus: Gemeinschaftsprojekt "Stadtlieben"


Foto: (c)Gerd Altmann/PIXELIO

6. November 2007



steige gewundene stufen
aufwärts – so still hinter
deiner tür

doch atmet es ganz
nahe lege ich die wange
ans raue holz

dahinter – ich weiß noch –
das zimmer wie ein
regenbogen

bettgelegt in wolken – weiß
und blau kariert
hielt mich dein

leib – die seele
aber schützt du wie
zerberus die hölle

©Elsa Rieger


ich kenne die bereitschaft deines atems
/ – adrian munteanu /

viele schlaflosen nächte vergehen
so als flüsterst du aus der dämmerung
– unbefragt – die liebe zum ewigen dasein

dein atem wärmt nicht: es gleitet lautlos
und verschlingt mich

aus–halten–aus
kein laut
dringt ins zimmer

© by @miro

Auszug aus dem Gemeinschaftswerk: Stadtlieben

28. März 2007



blumenbekränzt

seit ophelia sang
im norden stürmen winde – trübe
wasserweite streut salz
in traurige blicke

seit ophelia ertrank
am horizont gebrochene sonne - drängt
bitteren nachgeschmack in verse
und wir atmen schlick der ebbe


(c)ELsa & @miro blogspot

Bild: (c) Virginia Madsen

Dieser Blog wird durch das Deutsche Literaturarchiv Marbach archiviert.

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